1822direkt Depot im Check 2026: Kosten und Angebot

Das 1822direkt-Aktiv-Depot wird für Neueröffnungen seit dem 2. Mai 2023 ohne Depotpreis geführt. Reguläre Onlineorders an deutschen Handelsplätzen kosten 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Kurswerts, mindestens 9,90 und höchstens 54,90 Euro. An Börsen kommen 2,95 Euro Handelsplatzentgelt und mögliche Fremdkosten hinzu; im Direkthandel entfällt das Handelsplatzentgelt. Sparpläne beginnen bei 50 Euro und kosten regulär 1,50 Prozent je Ausführung, mindestens 1,50 und höchstens 14,90 Euro.

Prüfstand: 7. September 2026. Grundlage sind veröffentlichte Unterlagen von 1822direkt und das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe. Wir haben kein Depot eröffnet, keine Order ausgeführt und App, Web-Banking, Service sowie Ausführungsqualität nicht praktisch getestet.

1822direkt-Depot: Konditionen im Überblick

Merkmal Regulärer Stand
Depotführung bei Eröffnung seit 02.05.2023 kostenlos
Onlineorder an deutschem Handelsplatz 4,90 € + 0,25 %; mindestens 9,90 €, höchstens 54,90 €
Onlineorder an ausländischem Handelsplatz 14,90 € + 0,25 %; mindestens 19,90 €, höchstens 54,90 €
Handelsplatzentgelt 2,95 € an in- und ausländischen Börsen; kostenlos im Direkthandel
ETF-, Aktien- und Zertifikatesparplan 1,50 % je Ausführung; mindestens 1,50 €, höchstens 14,90 €
Mindestsparrate 50 € laut Produktseite
Telefonischer Auftrag 14,90 € Zuschlag

Das maßgebliche Preis- und Leistungsverzeichnis trägt den Stand 3. September 2026. Zusätzlich können Börsen-, Makler- und sonstige Fremdkosten, Steuern, Spreads und Produktkosten entstehen. Deshalb ist die Kostenanzeige in der Ordermaske vor der Freigabe wichtiger als ein einzelner Werbepreis.

Wie hoch sind die Orderkosten?

Bei einer Inlandsorder über 1.000 Euro greift der Mindestpreis von 9,90 Euro. An einer deutschen Börse ergeben sich damit 12,85 Euro vor möglichen Fremdkosten; im Direkthandel bleiben es 9,90 Euro. Bei 10.000 Euro Kurswert beträgt die Provision 29,90 Euro und mit Börsenentgelt 32,85 Euro. Ab 20.000 Euro Kurswert greift rechnerisch bereits der Höchstpreis von 54,90 Euro; an einer Börse sind es 57,85 Euro vor Fremdkosten.

Auslandsorders beginnen bei 19,90 Euro und sind ebenfalls bei 54,90 Euro gedeckelt. Hinzu kommen 2,95 Euro Handelsplatzentgelt und mögliche ausländische Gebühren oder Steuern. Wer häufiger kleine Orders aufgibt, sollte diese Mindestpreise im Depotvergleich mit günstigeren Pauschalmodellen abgleichen. Kosten allein entscheiden aber nicht: Börsenplatz, Spread, Orderarten und Produktauswahl gehören ebenfalls in den Vergleich.

Aktivtrader-Rabatt und Zusatzentgelte

Ab 50 abgerechneten Orders im vorangegangenen Halbjahr reduziert sich die Orderprovision um 10 Prozent, ab 100 Orders um 20 Prozent. Die Zuordnung wird halbjährlich je Depot neu ermittelt. Teilausführungen, Sparplanorders und Fondskäufe direkt über die Fondsgesellschaft zählen dafür nicht. Der Rabatt gilt nur für die Provision, nicht für Fremdkosten, Handelsplatzentgelt oder Telefonzuschlag, und kann den jeweiligen Mindestpreis nicht unterschreiten. Mit Aktionen ist das Modell nicht kombinierbar.

Limits und deren Änderung oder Streichung sind kostenlos. Ein telefonischer Auftrag kostet 14,90 Euro zusätzlich, ein schriftlicher Auftrag 12,90 Euro. Der Direkthandel selbst ist entgeltfrei; bei Börsenplätzen werden 2,95 Euro berechnet. Für Xetra-Gold nennt das Preisverzeichnis ein gesondertes Verwahrentgelt von 0,30 Prozent des Kurswerts pro Jahr. Auch Lagerstellenwechsel, ausländische Quellensteuerdienste oder bestimmte Hauptversammlungsleistungen können Zusatzkosten auslösen.

Depotführung: Neueröffnung und Altverträge unterscheiden

Für Aktiv-Depots, die seit dem 2. Mai 2023 eröffnet wurden, wird kein Depotpreis berechnet. Bei Eröffnungen zwischen dem 3. Mai 2021 und dem 1. Mai 2023 galt dies zunächst für drei Jahre; danach verweist das Preisverzeichnis auf die ältere Regelung. Für Depots bis zum 2. Mai 2021 werden bei transaktionslosen Depots 3,90 Euro monatlich am Quartalsende berechnet. Das Entgelt entfällt, wenn mindestens ein Trade oder eine regelmäßige Sparplanausführung pro Quartal stattfindet.

Bestandskunden sollten deshalb Eröffnungsdatum und konkretes Depotmodell in ihren Vertragsunterlagen prüfen. Die pauschale Aussage „Depot kostenlos“ trifft auf aktuelle Neueröffnungen zu, bildet aber nicht jede historische Vertragsgeneration ab.

Sparpläne: regulärer Preis und Aktionen

1822direkt bietet Sparpläne auf ETFs, Aktien, Fonds und Zertifikate. Die Produktseite nennt Raten ab 50 Euro. Regulär kosten ETF-, Aktien- und Zertifikatesparpläne 1,50 Prozent der Rate, mindestens 1,50 und höchstens 14,90 Euro je Ausführung. Damit kosten 50 oder 100 Euro Sparrate jeweils 1,50 Euro, 250 Euro kosten 3,75 Euro und ab rund 993,34 Euro greift der Höchstpreis von 14,90 Euro. Änderung und Löschung sind kostenlos.

Aktuell bewirbt 1822direkt mehr als 170 ausgewählte ETF-Aktionssparpläne ohne Ausführungsentgelt und insgesamt mehr als 185 entgeltfreie Aktionssparpläne. Das sind veränderliche Sonderkonditionen, keine Garantie für die gesamte Laufzeit. Produktkosten, Spreads und mögliche Zuwendungen können trotz kostenloser Ausführung bestehen. Auswahl, Index, Replikation und Kosten erläutert unser Ratgeber zum ETF-Sparplan.

Wertpapiere und Handelsplätze

Nach Anbieterangaben stehen zehn deutsche und 39 ausländische Börsen sowie 15 außerbörsliche Handelspartner zur Verfügung. Handelbar sind grundsätzlich in Deutschland zugelassene Wertpapiere, darunter Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikate und Optionsscheine. Nicht angeboten werden der direkte Handel mit Kryptowährungen, Devisen oder Futures. Ob ein bestimmtes Papier verfügbar ist, muss vorab in der Wertpapiersuche oder Ordermaske geprüft werden.

Alle gängigen Limitarten sollen kostenlos nutzbar sein. Orders und Depotverwaltung sind nach Anbieterangaben im Online-Banking und in der App möglich. Daraus lässt sich weder eine Bewertung der Bedienbarkeit noch eine Aussage über Stabilität, Kursqualität oder Ausführungsgeschwindigkeit ableiten; dafür wäre ein definierter Praxistest nötig.

Eröffnung und Verrechnungskonto

Der Antrag wird online gestellt. Zur Identifikation nennt 1822direkt VideoIdent, Online-Ausweisfunktion und PostIdent. Neukunden erhalten nach Anbieterangaben ein Tagesgeldkonto als Verrechnungskonto. Bestehende Kunden können dafür auch ein Girokonto bei 1822direkt nutzen. Die Konditionen des Verrechnungskontos sind getrennt von der Depotführung zu prüfen; variable Guthabenzinsen oder zeitlich befristete Neukundenaktionen sind keine dauerhafte Depoteigenschaft.

Depotübertrag und Verwaltung

Ein Depotübertrag kann über den Wechselservice angestoßen werden. Für die Übertragung selbst nennt das Preisverzeichnis nur fremde Kosten, die Depotauflösung ist kostenlos. Abgebende Institute oder ausländische Lagerstellen können dennoch Kosten berechnen. Bruchstücke, nicht übertragbare Wertpapiere, steuerliche Anschaffungsdaten und offene Orders sollten vor dem Auftrag geklärt werden.

Übertragungsdauer und Vollständigkeit hängen auch von beteiligten Instituten und Lagerstellen ab. Eine Garantie für einen bestimmten Termin ergibt sich aus den Produktangaben nicht. Praktische Vorbereitungsschritte bündelt unsere Anleitung Depotübertrag Schritt für Schritt.

Anbieter, Verwahrung und Einlagensicherung

1822direkt ist eine hundertprozentige Vertriebsgesellschaft der Frankfurter Sparkasse und handelt als vertraglich gebundener Vermittler. Bank- und Finanzdienstleistungsverträge werden laut Preisverzeichnis im Namen und für Rechnung der Frankfurter Sparkasse geschlossen; diese wird daraus unmittelbar verpflichtet. Als Aufsichtsbehörden nennt das Dokument BaFin und Europäische Zentralbank.

Kontoguthaben und verwahrte Wertpapiere sind zu unterscheiden. Für entschädigungsfähige Einlagen bei einem Institut der Sparkassen-Finanzgruppe besteht im gesetzlichen Sicherungsfall grundsätzlich ein Erstattungsanspruch bis 100.000 Euro pro Person und Institut. Das anerkannte Sparkassen-Sicherungssystem verfolgt darüber hinaus die Institutssicherung. Wertpapiere im Depot werden nicht durch diese Einlagensicherung geschützt, weil sie grundsätzlich im Eigentum des Kunden bleiben und vom Institut verwahrt werden. Das verhindert weder Kursverluste noch Emittenten-, Produkt- oder Marktrisiken.

Für wen kann das Depot passen?

Das Aktiv-Depot kann für Anleger interessant sein, die ein klassisches Bankdepot mit vielen deutschen und ausländischen Handelsplätzen, Direkthandel und mehreren Sparplanarten suchen. Bei größeren Inlandsorders begrenzt der Höchstpreis die Provision. Häufige Trader können vom Aktivtrader-Rabatt profitieren, sofern sie dessen Schwellen tatsächlich erreichen.

Für kleine Einzelorders und kleine Sparraten wirken Mindestpreis und prozentuales Sparplanentgelt vergleichsweise stark. Auslandsbörsen, telefonische Orders und Sonderleistungen können zusätzliche Kosten verursachen. Bei älteren Bestandsdepots ist außerdem die mögliche Inaktivitätsgebühr zu prüfen.

Vorteile und Grenzen

  • Plus: kostenlose Depotführung für Neueröffnungen seit Mai 2023.
  • Plus: viele Handelsplätze, Direkthandel und kostenlose Limitfunktionen.
  • Plus: ETF-, Aktien-, Fonds- und Zertifikatesparpläne ab 50 Euro.
  • Grenze: Inlandsorders kosten mindestens 9,90 Euro vor Börsen- und Fremdkosten.
  • Grenze: regulär 1,50 Prozent Sparplangebühr mit Mindestpreis von 1,50 Euro.
  • Grenze: ältere Depotgenerationen können bei Inaktivität 3,90 Euro monatlich kosten.

Fazit

Das 1822direkt-Aktiv-Depot ist ein breit aufgestelltes Bankdepot mit kostenfreier Führung für aktuelle Neueröffnungen, zahlreichen Handelsplätzen und mehreren Sparplanarten. Das Preismodell bleibt jedoch volumenabhängig: Mindestprovision, Börsenentgelt und Fremdkosten sind bei kleinen Orders relevant, während der Höchstpreis größere Orders begrenzt. Für Sparpläne sollte nicht nur eine wechselnde Aktionsliste, sondern der reguläre Preis von 1,50 Prozent eingeplant werden. Bestandskunden müssen zusätzlich prüfen, welche historische Depotgeneration für sie gilt.

Konditionen und Aktionen können sich ändern. Vor einer Order oder Depoteröffnung das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis, die konkrete Ordermaske und die Produktunterlagen prüfen.

Quellen

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