Flatex ist 2026 vor allem für Anleger interessant, die ein kostenlos geführtes Depot mit breiter Wertpapierauswahl und kostenlosen ETF- und Fondssparplan-Ausführungen suchen. Für einzelne Wertpapierorders verlangt Flatex regulär 5,90 Euro Orderprovision; je nach Handelsplatz und Produkt kommen Fremdkosten, Spreads und Produktkosten hinzu. Wer sehr häufig kleine Einzelorders aufgibt, sollte deshalb die Gesamtkosten mit günstigeren Ordermodellen vergleichen.
So haben wir geprüft
Dies ist ein redaktioneller Konditions- und Funktionscheck, kein langfristiger Praxistest. Wir haben Preise, Leistungsumfang, Zugang, Sicherheit und Serviceinformationen anhand der offiziellen Flatex-Unterlagen sowie der Informationen der gesetzlichen Einlagensicherung EdB geprüft. Es gibt keine bezahlte Platzierung und keine numerische Gesamtnote. Stand: 5. September 2026.
Für wen eignet sich das Flatex Depot?
Das Depot passt vor allem zu Anlegern, die regelmäßig per ETF-, Fonds- oder Aktiensparplan investieren oder neben deutschen Börsen auch internationale Handelsplätze und außerbörslichen Direkthandel nutzen möchten. Flatex nennt mehr als 6.000 ETF- und Fondssparpläne sowie mehr als 1.000 sparplanfähige Aktien. Sparraten beginnen bei 25 Euro.
Weniger attraktiv kann das Modell für Anleger sein, die viele kleine Einzelorders ausführen: Die reguläre Orderprovision von 5,90 Euro fällt unabhängig vom Anlagebetrag an. Zusätzliche Handelsplatz- und Produktkosten müssen in den Vergleich einbezogen werden. Einen breiteren Marktüberblick bietet unser Depotvergleich 2026.
Flatex-Kosten im Überblick
| Leistung | Kondition | Wichtig zu beachten |
|---|---|---|
| Depotführung | 0 Euro | Ausnahmen nennt Flatex für die Verwahrung bestimmter Wertpapiere wie Xetra-Gold, ADRs und GDRs. |
| Verrechnungskonto | 0 Euro | Zinsen und weitere Kontokonditionen können sich ändern. |
| Standard-Wertpapierorder | 5,90 Euro Orderprovision | Zuzüglich Spreads, Zuwendungen, Produktkosten sowie möglicher Handelsplatz- und Länderkosten. |
| Ausgewählte Direkthandelsplätze | 5,90 Euro + 2 Euro Fremdkostenpauschale | Die Pauschale gilt laut Preisübersicht unter anderem bei Tradegate, Lang & Schwarz, Baader Bank, gettex, Quotrix und Société Générale. |
| ETF- und Fondssparplan | 0 Euro Ausführungsgebühr | Spreads, Zuwendungen und Produktkosten können trotzdem anfallen. |
| Orderänderung oder -streichung | 0 Euro | Bei bereits ausgeführten Orders nicht mehr möglich. |
Preisstand: 05.09.2026. Maßgeblich sind immer das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis sowie die Kostenanzeige vor der Order.
Kostenbeispiel 1: monatlicher ETF-Sparplan
Bei zwölf monatlichen Ausführungen über jeweils 200 Euro beträgt die Flatex-Ausführungsgebühr nach aktueller Preisübersicht 0 Euro. Der jährliche Anlagebetrag liegt bei 2.400 Euro. Nicht eingerechnet sind laufende ETF-Produktkosten, Spreads und mögliche Zuwendungen.
Kostenbeispiel 2: zwölf Aktienorders
Zwölf Wertpapierorders verursachen bei regulär 5,90 Euro zunächst 70,80 Euro Orderprovision pro Jahr. Werden alle zwölf Orders an einem der Handelsplätze mit 2 Euro Fremdkostenpauschale ausgeführt, kommen 24 Euro hinzu; zusammen sind das 94,80 Euro vor Spreads, Produkt- und möglichen weiteren Fremdkosten. Das Beispiel zeigt, warum Handelsplatz und Orderhäufigkeit wichtiger sind als die Werbezahl allein.
Sparpläne und Produktauswahl
Flatex gibt mehr als 6.000 ETF- und Fondssparpläne an. Die Ausführung ist derzeit ohne Ausführungsgebühr möglich, die Mindestsparrate beträgt 25 Euro. Als Intervalle nennt der Anbieter monatlich, vierteljährlich, halbjährlich und jährlich. Zusätzlich sind mehr als 1.000 Aktien sparplanfähig. Wer Sparpläne verschiedener Broker vergleichen möchte, findet die wichtigsten Kriterien in unserem ETF-Sparplan-Ratgeber.
Für Einzelorders nennt Flatex mehr als 15.000 Aktien sowie deutsche und internationale Börsen und außerbörsliche Handelspartner. Ob ein bestimmtes Wertpapier an einem gewünschten Handelsplatz verfügbar ist, sollte vor der Depoteröffnung direkt in der Produktsuche geprüft werden.
Webplattform, App und Freigaben
Das Depot lässt sich über eine Desktop-Oberfläche und eine mobile App verwalten. Transaktionen werden über das separate flateXSecure-Verfahren freigegeben; die App unterstützt Push-Mitteilungen und die Freigabe auf einem gekoppelten iOS- oder Android-Gerät. Wir haben die Plattform nicht mit einem eigenen Kundendepot langfristig genutzt und treffen deshalb keine Aussage darüber, ob die Bedienung für jeden Nutzer intuitiv ist.
Service und Depoteröffnung
Die Eröffnung erfolgt nach Anbieterangaben in drei Schritten: Online-Antrag, Identifikation per eID-Verfahren und Zusendung der ersten Zugangsdaten per SMS. Flatex bietet Einzel-, Gemeinschafts-, Minderjährigen- und Firmendepots an. Eine allgemeine Mindesteinlage nennt der Anbieter für das Wertpapierdepot nicht.
Bestandskunden sollen Anfragen über den Support-Bereich der Anwendung stellen. Zusätzlich veröffentlicht Flatex getrennte Telefonnummern für Kunden und Interessenten sowie eine E-Mail-Adresse für Interessenten. Da auf der aktuellen Kontaktseite keine belastbaren Servicezeiten genannt werden, bewerten wir weder Erreichbarkeit noch Antwortqualität.
Sicherheit: Einlagen und Wertpapiere unterscheiden
Vertragspartner ist die flatexDEGIRO Bank SE. Guthaben auf dem Verrechnungskonto sind nach Anbieter- und EdB-Angaben im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung grundsätzlich bis 100.000 Euro je Einleger und Bank geschützt. Wertpapiere im Depot sind davon zu unterscheiden: Flatex beschreibt Aktien, Fonds und ETFs als Kundenvermögen, das treuhänderisch verwahrt wird und bei einer Insolvenz des Brokers nicht in dessen Vermögen fällt. Kursverluste, Emittentenausfälle und produktspezifische Risiken werden dadurch nicht abgesichert.
Für Transaktionsfreigaben steht flateXSecure zur Verfügung. Darüber hinaus gelten die üblichen Sicherheitsregeln: Zugangsdaten nicht weitergeben, Empfänger und Auftragsdaten vor der Freigabe prüfen und Warnungen vor Phishing ernst nehmen.
Optionaler Wertpapierkredit: Kosten und Risiko
Flatex nennt für den Flex-Kredit derzeit 6,25 % Sollzins pro Jahr beziehungsweise 6,40 % effektiven Jahreszins. Der Kredit ist durch depotfähige Wertpapiere besichert. Fallen deren Beleihungswerte, kann zusätzliches Kapital erforderlich werden; bei anhaltender Unterdeckung sind Zwangsverkäufe möglich. Ein Wertpapierkredit erhöht daher nicht nur die Investitionssumme, sondern auch das Verlustrisiko.
Vorteile und Nachteile im redaktionellen Check
Stärken
- Depot und Verrechnungskonto ohne Grundgebühr
- ETF- und Fondssparpläne ohne Ausführungsgebühr
- breites Wertpapier- und Handelsplatzangebot
- Sparpläne ab 25 Euro
- Desktop- und App-Zugang mit separater Transaktionsfreigabe
Grenzen
- 5,90 Euro Standardprovision kann bei kleinen Einzelorders stark ins Gewicht fallen
- Fremdkosten und Spreads erhöhen den Endpreis
- keine eigene Langzeitprüfung von App oder Kundenservice
- Wertpapierkredit birgt Nachschuss- und Zwangsverkaufsrisiken
- zeitlich begrenzte Aktionen sind kein dauerhafter Kostenvorteil
Fazit: gut für Sparpläne, abwägen bei vielen Einzelorders
Flatex bietet 2026 ein kostenlos geführtes Depot mit großer Produktauswahl und besonders attraktiver Sparplankondition: Die Ausführung von ETF- und Fondssparplänen kostet derzeit 0 Euro. Bei klassischen Einzelorders ist das Bild differenzierter. Die reguläre Provision von 5,90 Euro plus mögliche Fremdkosten macht einen Vergleich anhand der persönlichen Orderzahl und des bevorzugten Handelsplatzes sinnvoll.
Vor der Entscheidung sollten Anleger zwei bis drei typische Jahresfälle mit dem aktuellen Preisverzeichnis durchrechnen. Unsere Anleitung zur Depoteröffnung zeigt, welche Unterlagen und Entscheidungen dafür vorbereitet werden sollten.
Häufige Fragen zum Flatex Depot
Ist das Flatex Depot kostenlos?
Depot und Verrechnungskonto kosten laut aktueller Preisübersicht 0 Euro. Für Wertpapierorders, bestimmte Verwahrarten und weitere Leistungen können Gebühren anfallen.
Was kostet eine Order bei Flatex?
Die reguläre Orderprovision beträgt 5,90 Euro. Je nach Handelsplatz, Land und Produkt kommen Fremdkosten, Spreads, Zuwendungen oder Produktkosten hinzu.
Sind ETF-Sparpläne bei Flatex kostenlos?
Flatex berechnet derzeit 0 Euro Ausführungsgebühr für die angebotenen ETF- und Fondssparpläne. Laufende Produktkosten und marktbedingte Spreads bleiben bestehen.
Wie sicher ist Flatex?
Die flatexDEGIRO Bank SE ist eine deutsche Bank. Einlagen sind nach Anbieter- und EdB-Angaben im gesetzlichen Rahmen grundsätzlich bis 100.000 Euro je Einleger und Bank geschützt. Depotwertpapiere werden davon getrennt für Kunden verwahrt; Markt- und Emittentenrisiken bleiben bestehen.
Quellen und Aktualisierung
- Flatex: Preise und Konditionen
- Flatex: Depot und Depoteröffnung
- Flatex: ETF- und Fondssparpläne
- Flatex: Aktien und Aktiensparpläne
- Flatex: Kontakt und Supportwege
- Flatex: flateXSecure
- Flatex: Wertpapierkredite
- EdB: gesetzliche Einlagensicherung
Zuletzt vollständig geprüft und überarbeitet am 05.09.2026. Konditionen können sich ändern; maßgeblich sind die Angaben des Anbieters unmittelbar vor Vertragsschluss oder Orderfreigabe.
Hinweis zu älteren Kommentaren: Kommentare unter diesem Beitrag können sich auf frühere Flatex-Konditionen beziehen. Für die aktuelle Einordnung gilt der oben genannte Preisstand 05.09.2026.
Ich nutze das Flatex Aktiendepot selber. Leider sind die hohen Kosten für Depotführung und die Negativzinsen für mich ein großer Kritikpunkt. Der Service ist zwar gut und ausländische Dividenden kosten nichts mehr, die Depotkosten machen das ganze für mich aber unrentabel. Werde wohl zu Consors wechseln…
Hallo Johannes,
die Gebühren für die Buchung von ausländischen Dividenden wurden in der Tat gestrichen. Die Gebühren für die Depotführung bei Flatex betragen aktuell 0,1 % pa des Portfoliowerts. Bei einem Depotwert von 10.000 € wären dies jährliche Kosten von 10 € für die Depotführung.
Bei Anlegern, die viel Handeln, also viele Transaktionen ausführen, kann das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei Flatex auf Grund der günstigen Ordergebühren und der transparenten Kostenstruktur dennoch durchaus interessant sein.
LG
Für mich ist das Flatex Depot nur noch ein Nebenbei-Depot, seit die Gebühren für die Depotführung an das Portfoliovolumen angepasst wurden. Wenige Aktien, vielleicht ein Sparplan und einfach die Sonderangebote ausnutzen. Die Gebühren sind nicht mehr so attraktiv, auch wenn die Dividendenzahlungen jetzt wenigstens nichts mehr kosten. Depotführungsgebühren gehen bei einem Aktiendepot heute einfach nicht mehr.