TARGOBANK Depot im Check 2026: Kosten und Modelle

Die TARGOBANK bietet nicht ein einziges Standarddepot, sondern fünf Modelle mit unterschiedlichen Zielgruppen und Preisregeln. Beim Klassik-Depot kosten Online-Orders 0,25 Prozent des Kurswerts, mindestens 8,90 Euro und höchstens 34,90 Euro; Börsenplatz- und Fremdkosten können hinzukommen. Das Direkt-Depot ist für bestimmte Neukunden gedacht und kostet im außerbörslichen Direkthandel 4,90 Euro je Order. Ob eines der Modelle zum eigenen Nutzungsprofil passt, hängt deshalb vor allem von Alter, Beratungswunsch, Orderweg, Handelsplatz, Depotvolumen und Sparrate ab.

Was ist das TARGOBANK Depot?

Vertragspartner und depotführendes Institut ist die TARGOBANK AG mit Sitz in Düsseldorf. Die Bank gehört zur Crédit Mutuel Alliance Fédérale und wird von der Europäischen Zentralbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beaufsichtigt. Anders als der alte Artikel nahelegte, ist TARGOBANK heute keine deutsche Sparte der Citibank.

Das Depotangebot verbindet Online-Banking und App mit Filial- und Telefonkanälen. Welche Wege tatsächlich vorgesehen sind, hängt vom Modell ab: Das Direkt-Depot ist ein reines Online-Angebot ohne persönliche Beratung, während Klassik und Plus auch Filialleistungen einbeziehen. Dieser Check bewertet die veröffentlichten Konditionen und Funktionen. Eine Depoteröffnung, Orderausführung oder praktische Prüfung von App, Beratung und Kundenservice fand nicht statt.

Die fünf Depotmodelle im Überblick

Modell Zielgruppe und Zugang Zentrale Preislogik
Direkt Neukunden ohne TARGOBANK-Depot in den vorherigen zwölf Monaten; reine Online-Nutzung 4,90 Euro im Direkthandel; Börsenorders nach Klassik-Konditionen; Online-Postfach verpflichtend
Klassik Selbstentscheider mit Online-, Telefon- und Filialzugang Online ab 8,90 Euro; Filial- und Mitarbeiteraufträge deutlich teurer
Plus Filialmodell mit volumenabhängigem Entgelt 50 Käufe/Verkäufe pro Jahr ohne Orderprovision und Börsenplatzentgelt; mindestens 62,50 Euro je Quartal
Starter 18 bis unter 28 Jahre; danach Wechsel in Klassik Orders 0,25 Prozent, mindestens 8,90 und höchstens 34,90 Euro
Junior Bei Eröffnung unter 18 Jahre; später Wechsel in Starter Orders 0,25 Prozent, mindestens 8,90 und höchstens 34,90 Euro; Depotführung für Minderjährige kostenlos

Die Modellnamen allein reichen für einen Preisvergleich nicht aus. Beim Direkt-Depot gilt der Preis von 4,90 Euro nur für den Direkthandel; bei einer Börsenorder greifen die Klassik-Preise. Beim Plus-Depot entfallen zwar viele transaktionsbezogene Bankentgelte, dafür wird laufend nach Depotvolumen abgerechnet. Ein Vergleich mit anderen Anbietern sollte deshalb dieselben Orderwege und ein realistisches Nutzungsjahr abbilden. Eine breitere Einordnung bietet der Depotvergleich nach Nutzungsprofil.

Depotführung: wann 2,50 Euro entfallen

Beim Klassik-, Plus-, Starter- und Junior-Depot nennt das Preisverzeichnis 2,50 Euro pro Monat, die quartalsweise belastet werden. Das Entgelt entfällt, wenn das Online-Postfach genutzt wird, das Gesamtguthaben bei TARGOBANK mindestens 50.000 Euro beträgt oder der Depotinhaber minderjährig ist. Beim Direkt-Depot ist das Online-Postfach verpflichtend, weshalb dort kein Depotführungsentgelt anfällt.

Für den Vergleich bedeutet das: „kostenlose Depotführung“ ist bei TARGOBANK meist an eine Bedingung geknüpft. Wer Papierpost behalten möchte und keine andere Befreiung erfüllt, zahlt rechnerisch 30 Euro pro Jahr. Zusatzleistungen und Produktkosten einzelner Wertpapiere können unabhängig davon weitere Kosten verursachen.

Orderkosten im Klassik-Depot

Online oder über den Sprachcomputer beträgt die Orderprovision 0,25 Prozent des Kurswerts, mindestens 8,90 Euro und höchstens 34,90 Euro. Ein Auftrag über einen Mitarbeitenden am Telefon oder in der Filiale kostet 0,50 Prozent, mindestens jedoch 34,90 Euro. Limitsetzung und Auftragslöschung sind laut Preisverzeichnis kostenlos.

Bei einer Börsenorder kommen zur Provision ein Börsenplatzentgelt und mögliche fremde Kosten. Für Xetra nennt TARGOBANK 2 Euro, für andere inländische Präsenzbörsen 3,50 Euro. Im außerbörslichen Direkthandel fällt kein zusätzliches Börsenplatz- oder Transaktionsentgelt der Bank an. Ein geringeres Entgelt garantiert dort aber nicht automatisch die günstigere Gesamtausführung: Auch handelbarer Kurs, Geld-Brief-Spanne und Liquidität sind relevant.

Rechenbeispiele für Online-Orders

Ordervolumen Grundprovision Klassik Über Xetra vor Fremdkosten
1.000 Euro 8,90 Euro Mindestpreis 10,90 Euro
5.000 Euro 12,50 Euro 14,50 Euro
10.000 Euro 25,00 Euro 27,00 Euro
20.000 Euro 34,90 Euro Höchstpreis 36,90 Euro

Die Beispiele zeigen nur Bankprovision und Xetra-Entgelt. Courtage, Handels-, Clearing- oder sonstige Fremdkosten können hinzukommen. Teilausführungen am selben Tag und zum selben Kurs werden nach dem Preisverzeichnis zusammengefasst; andere Teilausführungen können separat abgerechnet werden. Vor jeder Order ist deshalb die individuelle Kosteninformation maßgeblich.

Direkt-Depot und Plus-Depot richtig einordnen

Das Direkt-Depot richtet sich ausschließlich an Neukunden, die in den vorangegangenen zwölf Monaten kein Depot bei TARGOBANK geführt haben. Für seit 1. Juni 2023 eröffnete Direkt-Depots kostet eine Order im außerbörslichen Direkthandel 4,90 Euro. Sobald über eine Börse gehandelt wird, gelten die regulären Klassik-Konditionen. Das Modell verzichtet auf persönliche Anlageberatung und setzt Online-Kommunikation voraus.

Beim Plus-Depot werden die ersten 50 Käufe oder Verkäufe pro Jahr ohne Orderprovision und Börsenplatzentgelt ausgeführt; mögliche fremde Kosten bleiben bestehen. Im Gegenzug verlangt die Bank 1,75 Prozent des Depotvolumens pro Jahr, mindestens 62,50 Euro je angefangenem Quartal. Für Neukunden nennt das Preisverzeichnis in den ersten zwölf Monaten 1,50 Prozent. Bei 20.000 Euro konstantem Depotvolumen wären 1,75 Prozent rechnerisch 350 Euro pro Jahr; die tatsächliche Abrechnung hängt vom jeweiligen Depotwert ab. Das Modell sollte daher nicht allein anhand der „50 freien Trades“ beurteilt werden.

ETF-, Aktien- und Fondssparpläne

ETF- und Aktiensparpläne werden über Xetra ausgeführt. Je Ausführung kostet der Kauf 2,5 Prozent der Sparrate, mindestens 1,50 Euro und höchstens 3 Euro. Bei 50 Euro Rate greift der Mindestpreis von 1,50 Euro, bei 100 Euro sind es 2,50 Euro und ab 120 Euro begrenzt der Höchstpreis die Gebühr auf 3 Euro. Ein zusätzliches Börsenplatzentgelt und fremde Ausführungskosten fallen laut Preisverzeichnis nicht an.

Die Produktseite nennt mehr als 2.000 über Xetra handelbare ETFs sowie Aktien aus DAX 40 und EURO STOXX 50. ETF- und Aktiensparpläne beginnen bei 50 Euro und sind auf 500 Euro je Ausführung begrenzt. Fondssparpläne starten für mehr als 400 ausgewählte Fonds bei 25 Euro, für das breitere Angebot bei 100 Euro. Insgesamt nennt TARGOBANK mehr als 6.000 Fonds und ETFs. Bei Fonds richtet sich der Kaufpreis nach dem jeweiligen Ausgabeaufschlag und den Rabatten des Depotmodells.

Im Plus-Depot entfällt die Sparplangebühr. Beim Junior-Depot werden ETF-Sparpläne ebenfalls ohne diese Gebühr ausgeführt; für Fonds gelten dort eigene Erlassregeln. Starter- und Direkt-Depot können abweichende Fondsrabatte haben. Wer langfristig spart, sollte neben der Ausführungsgebühr auch Produktkosten, Spreads, Auswahl, Änderbarkeit und Verkaufsgebühren berücksichtigen. Grundlagen dazu erläutert unser Ratgeber zum Wertpapiersparplan.

Handelsplätze und Wertpapierangebot

TARGOBANK nennt mehr als 20 Handelsplätze. Dazu zählen Xetra, mehrere deutsche Regionalbörsen und elektronische Plätze wie Tradegate BSX, gettex, LS Exchange und TradeREBEL sowie außerbörsliche Handelspartner. Handelbar sind grundsätzlich Wertpapiere, die an deutschen Börsen zugelassen sind; ob ein konkretes Papier an einem bestimmten Platz verfügbar ist, muss vor der Order geprüft werden.

Zum Angebot gehören unter anderem Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs, Zertifikate und Optionsscheine. Diese Produkte unterscheiden sich erheblich bei Risiko, Komplexität, Kosten und Handelbarkeit. Eine große Produktauswahl ist deshalb kein Qualitätsurteil. Für die grundlegende Depotauswahl sind unter anderem Kostenstruktur, gewünschte Anlageklassen, Orderarten, Steuerunterlagen und der benötigte Servicekanal relevant; eine Checkliste bietet der Ratgeber zum Aktiendepot.

Sicherheit, Einlagenschutz und Wertpapierrisiko

Die TARGOBANK AG ist ein deutsches Kreditinstitut. Entschädigungsfähige Guthaben auf Bankkonten fallen grundsätzlich unter die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Einleger und Kreditinstitut; in gesetzlich geregelten Sonderfällen kann vorübergehend ein höherer Schutz gelten. Der konkrete Anspruch richtet sich nach Kontoart, Person und den geltenden Bedingungen.

Wertpapiere im Depot sind davon zu unterscheiden. Sie sind keine Bankeinlagen und die Einlagensicherung ersetzt keine Kursverluste. Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen und strukturierte Produkte können an Wert verlieren; je nach Instrument ist ein vollständiger Verlust möglich. Hinzu kommen unter anderem Emittenten-, Markt-, Liquiditäts-, Währungs- und Produktrisiken. Aufsicht und Einlagensicherung sind daher keine Rendite- oder Kapitalgarantie.

Für welche Nutzung kann welches Modell infrage kommen?

Das Direkt-Depot kann preislich interessant erscheinen, wenn ausschließlich online und überwiegend außerbörslich gehandelt wird und die Neukundenbedingung erfüllt ist. Wer Börsenplätze frei wählen oder persönliche Beratung nutzen möchte, muss die Klassik-Konditionen einkalkulieren. Starter und Junior bündeln altersbezogene Bedingungen, während Plus eine deutlich andere, volumenabhängige Preislogik verwendet.

Weniger günstig wirkt das Klassik-Modell bei kleinen Einzelorders, weil der Mindestpreis von 8,90 Euro relativ stark ins Gewicht fällt. Beim Plus-Depot kann das laufende Volumenentgelt trotz vieler Transaktionen höher sein als ein transaktionsbezogenes Modell. Bei Sparplänen belastet der Mindestpreis besonders kleine Raten; ab 120 Euro begrenzt der Höchstpreis die prozentuale Gebühr. Eine pauschale Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Stärken und Grenzen auf einen Blick

  • Plus: fünf Modelle für unterschiedliche Altersgruppen, Beratungs- und Onlinebedürfnisse.
  • Plus: Filial-, Telefon-, Web- und App-Zugang je nach Depotmodell.
  • Plus: breite Auswahl an Handelsplätzen, Wertpapierarten und Sparplänen.
  • Grenze: kostenlose Depotführung ist außerhalb des Direkt-Depots grundsätzlich an Bedingungen geknüpft.
  • Grenze: Börsenplatz- und Fremdkosten erhöhen den beworbenen Ordergrundpreis.
  • Grenze: 4,90 Euro im Direkt-Depot gelten nicht für Börsenorders und nicht für jeden Kunden.
  • Grenze: das Plus-Depot verlangt ein volumenabhängiges Entgelt mit quartalsweisem Mindestbetrag.

Fazit zum TARGOBANK Depot

Das TARGOBANK-Angebot lässt sich nur sinnvoll bewerten, wenn zuerst das passende Depotmodell feststeht. Klassik kombiniert mehrere Zugangskanäle mit einer Provision von 0,25 Prozent, mindestens 8,90 und höchstens 34,90 Euro. Direkt senkt den Preis im außerbörslichen Handel auf 4,90 Euro, ist aber auf bestimmte Neukunden und reine Online-Nutzung begrenzt. Plus ersetzt viele Einzelentgelte durch einen prozentualen Volumenpreis.

Entscheidend sind deshalb nicht einzelne Mindestpreise, sondern ein realistisches Gesamtjahr aus Depotführung, typischen Ordervolumina, Handelsplätzen, Zahl der Transaktionen und Sparraten. Vor dem Abschluss sollten das aktuelle Preisverzeichnis, die konkrete Kosteninformation und die Bedingungen des gewählten Modells geprüft werden.

Quellen und Stand

Die Angaben wurden am 7. September 2026 anhand der folgenden offiziellen Quellen geprüft. Konditionen und Produktumfang können sich ändern.

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