ING Direkt-Depot im Check 2026: Kosten und Angebot

Kurzfazit: Das ING Direkt-Depot hat keine Depotführungsgebühr und bietet Zugang zu deutschen Börsen, ausgewählten nordamerikanischen Märkten und außerbörslichem Handel. Eine reguläre Order kostet 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Kurswerts, höchstens 69,90 Euro; je nach Handelsplatz kommen 0 bis 14,90 Euro hinzu. ETF-Sparpläne werden derzeit ohne ING-Ausführungsgebühr angeboten, Aktien- und Zertifikate-Sparpläne kosten 1,5 Prozent je Ausführung. Damit eignet sich das Depot eher für Anleger, die ein breites Angebot und eine deutsche Steuerabwicklung suchen, als für sehr häufige Kleinstorders.

Wer steht hinter dem ING Direkt-Depot?

Das Direkt-Depot wird von der ING-DiBa AG geführt. Sie ist eine deutsche Bank und unterliegt dem deutschen Sicherungsverfahren. Die frühere Bezeichnung ING-DiBa ist daher weiterhin der Name des Rechtsträgers, auch wenn die Bank im Markt kurz als ING auftritt.

Dieser Beitrag ist ein redaktioneller Faktencheck auf Grundlage aktueller öffentlicher ING-Unterlagen. Er enthält keine Punktnote und keine behauptete eigene Support-, App- oder Nutzungserfahrung.

Die wichtigsten Depotkosten im Überblick

Leistung ING-Kondition Wichtiger Zusatz
Depotführung 0 Euro keine Aktivitätsbedingung auf der Konditionsseite
Wertpapierorder 4,90 Euro + 0,25 % maximal 69,90 Euro; Handelsplatzentgelt kann hinzukommen
Außerbörsliches Handelsplatzentgelt 0 Euro Spreads und mögliche produktbezogene Kosten beachten
Deutsche Börsenplätze 1,90 oder 2,90 Euro abhängig vom gewählten Handelsplatz
USA/Kanada 14,90 Euro Handelsplatzentgelt zuzüglich Orderentgelt und möglicher Fremdkosten
ETF-Sparplan derzeit 0 Euro Ausführungsgebühr Produktkosten, Spreads und Zuwendungen können bleiben
Aktien-/Zertifikate-Sparplan 1,5 % bezogen auf den Anlagebetrag je Ausführung

Auch Depotüberträge, Order- und Limitänderungen, taggleiche Teilausführungen sowie die Eintragung von Namensaktien weist ING auf der aktuellen Konditionsseite mit 0 Euro aus. Fremde Spesen oder produktspezifische Kosten können trotzdem anfallen.

Orderkosten mit Rechenbeispielen

Die reguläre Ordergebühr setzt sich aus 4,90 Euro Grundentgelt und 0,25 Prozent des Kurswerts zusammen. Bei einer Order über 500 Euro ergeben sich 6,15 Euro; dieses Beispiel nennt ING selbst für den außerbörslichen Handel. Bei 5.000 Euro sind es 17,40 Euro. Bei großen Orders greift die Obergrenze von 69,90 Euro.

Der Börsenplatz verändert den Endpreis. Im außerbörslichen Direkthandel nennt ING 0 Euro zusätzliches Handelsplatzentgelt. München, Stuttgart, Euwax und Frankfurt Zertifikate kosten 1,90 Euro; Xetra, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und Hannover 2,90 Euro. Für Handelsplätze in den USA und Kanada werden 14,90 Euro genannt. Maßgeblich bleibt die aktuelle Konditionsübersicht der ING.

Ein niedrigeres Handelsplatzentgelt bedeutet nicht automatisch den besten Ausführungspreis. Anleger sollten zusätzlich Kurs, Spread, Handelszeit, Liquidität und mögliche fremde Spesen vergleichen.

ETF-, Aktien- und weitere Sparpläne

Für ETF-Sparpläne übernimmt ING derzeit die regulär genannten Ausführungskosten von 1,75 Prozent. Die ING-Ausführungsgebühr beträgt damit aktuell 0 Euro. Produktkosten, Spreads und mögliche Zuwendungen können dennoch entstehen. Weil sich Aktions- und Partnerkonditionen ändern können, sollte die Kostenanzeige vor dem Einrichten geprüft werden.

Aktien- und Zertifikate-Sparpläne kosten 1,5 Prozent des Anlagebetrags. Bei 100 Euro sind das 1,50 Euro, bei 200 Euro 3 Euro und bei 500 Euro 7,50 Euro. Für Fondssparpläne hängt der Ausgabeaufschlag vom gewählten Fonds und dem gewährten ING-Rabatt ab.

Für die Produktauswahl ist nicht nur die Ausführungsgebühr entscheidend. Fonds- beziehungsweise ETF-Kosten, Indexabdeckung, Replikationsmethode, Ausschüttung, Spread und steuerliche Merkmale gehören ebenfalls in den Vergleich. Grundlagen bietet unser ETF-Sparplan-Ratgeber.

Handelsplätze und Wertpapierangebot

Über das Direkt-Depot können Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikate und weitere börsengehandelte Produkte gehandelt werden. ING nennt alle deutschen Börsen einschließlich Xetra, ausgewählte Börsen in den USA und Kanada sowie außerbörsliche Handelspartner. Welche Märkte verfügbar sind, hängt vom Wertpapier ab.

Die größere Auswahl erweitert die Möglichkeiten, erhöht aber auch den Prüfbedarf. Ausländische Handelsplätze, Fremdwährungen, Derivate und strukturierte Produkte können zusätzliche Kosten und Risiken mitbringen. Der Zugang zu einem Produkt ist deshalb kein Qualitätsurteil und ersetzt keine Risikoprüfung.

Bedienung und Orderfunktionen

ING ermöglicht Depotführung und Wertpapierorders im Online-Banking und in der App. Auf der Konditionsseite werden Order- und Limitänderungen sowie taggleiche Teilausführungen ohne separates Entgelt genannt. Aussagen zur tatsächlichen Stabilität, Ausführungsgeschwindigkeit oder Supportqualität treffen wir ohne standardisierten Praxistest nicht.

Für Anleger, die nur selten handeln, steht vor allem die Kombination aus kostenloser Depotführung und planbaren Orderkosten im Vordergrund. Sehr aktive Anleger und Nutzer vieler Kleinstorders sollten die prozentuale Komponente sowie die Handelsplatzentgelte mit pauschalen Preismodellen vergleichen.

Steuern bei einem deutschen Depot

Als deutsche depotführende Bank berücksichtigt ING die deutsche Kapitalertragsteuer im üblichen Bankprozess. Ein Freistellungsauftrag lässt sich im Online-Banking oder in der App verwalten. Abrechnungen und Steuerdokumente werden über die Post-Box bereitgestellt.

Bei ausländischen Dividenden, Quellensteuer, Fondsbesteuerung, Vorabpauschale oder Depotüberträgen können individuelle Besonderheiten entstehen. Die persönliche steuerliche Behandlung hängt vom Einzelfall ab; dieser Beitrag ersetzt keine Steuerberatung.

Einlagensicherung und Wertpapierverwahrung

Kontoguthaben bei der ING-DiBa AG sind nach der offiziellen Sicherungsseite gesetzlich bis 100.000 Euro pro Person geschützt. Zusätzlich gehört die Bank dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken an und nennt aktuell eine Sicherungsgrenze von bis zu 3 Millionen Euro pro Kundin oder Kunde.

Diese Grenzen gelten nicht für Wertpapiere im Direkt-Depot. Sie bleiben laut ING Eigentum der Kundschaft und werden von der Bank verwaltet. Diese rechtliche Trennung schützt nicht vor Kursverlusten, Emittentenausfällen oder Verlusten aus Fremdwährungen und komplexen Produkten.

Für wen kann das ING Direkt-Depot passen?

Eher passend kann das Depot für Anleger sein, die eine kostenlose Depotführung, mehrere Handelswege, ein breites Wertpapierangebot und die Abwicklung durch eine deutsche Bank wünschen. Die derzeit kostenlose ETF-Sparplanausführung ist besonders für regelmäßiges Investieren relevant.

Genauer vergleichen sollten Vieltrader, Anleger mit vielen kleinen Einzelorders sowie Nutzer nordamerikanischer Börsen. Hier können Grundentgelt, prozentuale Orderkomponente und Handelsplatzentgelt zusammen stärker ins Gewicht fallen.

Unser Depotvergleich ordnet weitere Anbieter nach Nutzungsszenarien ein. Hinweise zum Übertrag eines bestehenden Bestands stehen im Ratgeber Aktiendepot wechseln.

Fazit ohne Punktnote

Das ING Direkt-Depot verbindet kostenlose Depotführung mit einem breiten Handelsangebot und einer klaren, volumenabhängigen Orderformel. ETF-Sparpläne sind aktuell bei der Ausführung günstig, während Aktien- und Zertifikate-Sparpläne prozentual abgerechnet werden. Ob das Modell preislich passt, entscheidet sich vor allem an Ordergröße, Handelsplatz und Handelsfrequenz. Vor jeder Order sollten deshalb der angezeigte Gesamtpreis und die Ausführungsbedingungen geprüft werden.

Datenstand: 06.09.2026. Geprüft wurden die aktuellen offiziellen ING-Seiten zu Direkt-Depot, Konditionen, Sparplänen, Handelsplätzen, Steuern und Einlagensicherung. Konditionen, Aktionen und Produktumfang können sich ändern.

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