Scalable Wealth ist die digitale Vermögensverwaltung von Scalable Capital und nicht mit dem Scalable Broker gleichzusetzen. Für das Weltportfolio Klassisch nennt die aktuelle Kostenübersicht jährliche Gesamtkosten ab 0,87 % bis 100.000 €, ab 0,81 % zwischen 100.000 € und 500.000 € und ab 0,61 % über 500.000 €. Darin sind Verwaltung, Wertpapierhandel und beispielhaft 0,12 % ETF-Kosten enthalten. Andere Strategien können abweichende Produktkosten haben.
Was wurde geprüft?
Dieser Beitrag ist ein redaktioneller Faktencheck öffentlich zugänglicher Angaben, kein Praxistest mit einem eröffneten Kundendepot. Geprüft wurden die aktuellen Produkt-, Strategie-, Kosten-, Sicherheits- und Risikoseiten von Scalable Capital.
Scalable Broker und Scalable Wealth unterscheiden
Scalable Capital bietet mehrere Produkte an. Beim Broker treffen Kunden ihre Anlageentscheidungen selbst. Scalable Wealth ist dagegen eine Finanzportfolioverwaltung: Nach einem digitalen Fragebogen zu Zielen, finanzieller Situation und Risikobereitschaft wird eine Strategie vorgeschlagen. Die Vermögensverwaltung stellt das Portfolio zusammen, überwacht es und passt die Gewichtung bei Bedarf an.
Wer nur selbst ausgewählte ETFs besparen möchte, sollte die Kosten und den Aufwand mit einem ETF-Sparplan vergleichen. Die zusätzliche Verwaltung bei Wealth kann Arbeit abnehmen, beseitigt aber weder Kursschwankungen noch Verlustrisiken.
Kosten von Scalable Wealth
| Anlagebetrag | Verwaltung | Wertpapierhandel | ETF-Kosten | Gesamtkosten p. a. |
|---|---|---|---|---|
| bis 100.000 € | 0,375 % | 0,375 % | ab 0,12 % | ab 0,87 % |
| 100.000 € bis 500.000 € | 0,345 % | 0,345 % | ab 0,12 % | ab 0,81 % |
| über 500.000 € | 0,245 % | 0,245 % | ab 0,12 % | ab 0,61 % |
Quelle: Scalable-Capital-Kostenübersicht, abgerufen am 7. September 2026. Die ausgewiesenen ETF-Kosten beziehen sich auf das Weltportfolio Klassisch; der Anbieter nennt als Stand der Produktkosten Dezember 2024. Andere Strategien können abweichen. Die Gebühren werden stufenweise berechnet: Der niedrigere Satz gilt jeweils nur für den Teil oberhalb der Schwelle. Konditionen vor Vertragsschluss erneut prüfen.
Scalable nennt Verwaltung, Wertpapiertransaktionen, Konto- und Depotführung als enthalten. Ausgabeaufschläge, Performance-Gebühren sowie Gebühren für Ein- und Auszahlungen werden laut Anbieter nicht erhoben. Entscheidend bleiben die konkreten Vertragsunterlagen und die gewählte Strategie. Die auf der Kostenseite erwähnte Gebührenreduktion für höhere Volumenbänder gilt laut Anbieter bis auf Weiteres und kann verändert oder beendet werden.
Beispielrechnung
Bei 20.000 € im Weltportfolio Klassisch entsprechen 0,87 % rechnerisch rund 174 € im Jahr. Bei 50.000 € wären es rund 435 €. Das sind vereinfachte Werte auf Basis eines konstanten Depotwerts. Tatsächlich schwankt die Berechnungsbasis mit dem Portfolio; außerdem können sich Produktkosten und Konditionen ändern.
Einstieg und Sparplan
Die Produktseite wirbt mit monatlichem Sparen ab 20 €. Ein einmaliger Anlagebetrag ist damit nicht gleichzusetzen. Ob für die gewählte Strategie ein Mindestbetrag, eine anfängliche Einzahlung oder weitere Voraussetzung gilt, sollte im Eröffnungsprozess und in den vorvertraglichen Informationen geprüft werden. Scalable nennt keine Mindesthaltedauer und keine Mindestlaufzeit; Verkäufe können jedoch in ungünstigen Marktphasen Verluste realisieren.
Strategien: Wealth Global und Wealth Select
Scalable gliedert das Angebot in zwei Gruppen. Wealth Global umfasst weltweit ausgerichtete Portfolios, darunter das Weltportfolio Klassisch, eine Variante mit Gold sowie ein ESG-Portfolio. Je nach Ausgestaltung können Aktien, Anleihen und Rohstoffe enthalten sein. Die konkrete Risikostufe und Aktienquote sind für Schwankungsbreite und Verlustpotenzial wichtiger als der Produktname.
Wealth Select bündelt Strategien mit speziellen Schwerpunkten, etwa ZinsInvest, Value & Dividende, Megatrends, BIP Global, Klima oder Allwetter. Ein Themen- oder Faktorportfolio ist nicht automatisch besser diversifiziert als ein breites Weltportfolio. Anleger sollten Zusammensetzung, Produktkosten, Währungs- und Konzentrationsrisiken jeder Strategie einzeln prüfen.
Überwachung und Rebalancing
Scalable beschreibt eine börsentägliche Überwachung und ein automatisches Rebalancing, wenn die Gewichtung vom gewählten Anlageprofil abweicht. Rebalancing stellt die Zielverteilung wieder her; es ist weder ein Schutz vor Verlusten noch eine Garantie für Mehrertrag. Auch ein breit gestreutes ETF-Portfolio kann in Marktkrisen deutlich fallen.
Historische Renditen sind nur bei gleicher Strategie, gleichem Zeitraum, vergleichbarer Risikostufe und nach sämtlichen Kosten sinnvoll einzuordnen. Frühere Wertentwicklungen erlauben keine verlässliche Prognose. Deshalb vergibt dieser Check keine Performance- oder Gesamtnote.
Vertragspartner, Verwahrung und Sicherheit
Scalable Capital Bank GmbH bezeichnet sich als beaufsichtigtes Kreditinstitut mit Erlaubnis der BaFin für Bank- und Wertpapiergeschäfte einschließlich Finanzportfolioverwaltung. Der Anbieter nennt unter anderem verschlüsselte Datenübertragung, Zwei-Faktor-Authentifizierung und eine Zertifizierung nach ISO 27001.
Technische und regulatorische Vorkehrungen schützen nicht vor Marktverlusten. Außerdem sind Wertpapiere im Depot und Guthaben auf Konten rechtlich unterschiedlich zu betrachten. Da Scalable mehrere Produkte und Verwahrmodelle anbietet, sollten Kunden vor Abschluss in den aktuellen Vertragsunterlagen prüfen, welche Gesellschaft Vertragspartner ist, wo Wertpapiere und Guthaben verwahrt werden und welche Sicherungsregeln im konkreten Wealth-Vertrag gelten.
Service ohne Praxistest
Scalable nennt Kundenbetreuung per Telefon, Chat und E-Mail. Eine eigene Messung von Erreichbarkeit, Antwortqualität, Beschwerdebearbeitung oder Auszahlungsdauer wurde für diesen Check nicht durchgeführt. Der Service wird deshalb nicht benotet. Wer persönliche Beratung erwartet, sollte vorab klären, welche Unterstützung Bestandteil der digitalen Vermögensverwaltung ist und welche Kommunikation lediglich allgemeiner Kundenservice darstellt.
Für wen kann Scalable Wealth passen?
- für langfristig orientierte Anleger, die Auswahl, Überwachung und Rebalancing delegieren möchten;
- für Nutzer, die eine zum Risikoprofil passende Portfolioverwaltung einem Selbstentscheider-Depot vorziehen;
- für Anleger, die die Gesamtkosten gegen Zeitersparnis und Verwaltungsleistung abgewogen haben.
Weniger passend kann das Angebot für Anleger sein, die ETFs selbst günstig auswählen und rebalancen möchten, kurzfristig über das gesamte Geld verfügen müssen oder zwischenzeitliche Verluste nicht tragen können. Vor dem Abschluss empfiehlt sich ein Vergleich mit anderen Konzepten in der Robo-Advisor-Übersicht und mit einem selbst verwalteten Angebot im Depotvergleich.
Fazit
Scalable Wealth übernimmt als digitale Vermögensverwaltung die Zusammenstellung, laufende Überwachung und Anpassung eines Portfolios. Die aktuelle Kostenübersicht ist nach Anlagevolumen gestaffelt und nennt für das Weltportfolio Klassisch jährliche Gesamtkosten ab 0,87 %, 0,81 % beziehungsweise 0,61 %. Dem stehen das zusätzliche Entgelt gegenüber einer Eigenverwaltung, strategieabhängige Produktkosten und das unvermeidbare Kapitalmarktrisiko gegenüber. Eine pauschale Bestnote oder Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Stand: 7. September 2026. Keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Kapitalanlagen unterliegen Wertschwankungen und Verlustrisiken.